Amoklauf von Emsdetten: Sind Computerspiele wirklich die Wurzel allen Übels

Bloged in Nachrichten von admin Freitag Dezember 1, 2006

Vor einigen Tagen kam es zu einem Amoklauf eines Schülers an der Schule in Emsdetten. Der Schüler, der sich nach dem Attentat selbst umgebracht hat, war im Besitz von sogenannten Gewaltspielen auf dem Computer. Sein Amoklauf hat eine Debatte diesbezüglich losgetreten. In wie weit es sinnvoll ist, ein Verbot für sogenannte Ego- Shooter auszusprechen ? Politiker warnen hingegen: Diese Computerspiele seien lediglich der Auslöser, aber keineswegs die Ursache das Problems. Dennoch sind viele Politiker momentan der Meinung, ein Verbot für Spiele dieser Art erteilen zu müssen. Ministerpräsident Edmund Stoiber sowie der Innenminister Brandenburgs Jörg Schönbohm befürworten dieses Vorhaben.

Seit dem Jahr 2003 gibt es jedoch bestimmte gesetzliche Regelungen, die eine Prüfung der Computerspiele vorsehen. Hier versucht man einzuschätzen, ab wie viel Jahren das Spiel freigegeben werden kann. Der USK , Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, wird jedoch vorgeworfen, diese Untersuchungen nicht exakt genug vorzunehmen.

Der Medienwissenschaftler Achim Hackenberg fügt hinzu, dass es sich bei den Vorfällen in Erfurt sowie neuerdings in Emsdetten um Einzelfälle handele. Man müsse das Elternhaus der Täter genauso betrachten, wie das persönliche Umfeld. Die Computerspiele kamen “lediglich dazu”. Sie seien aber keineswegs Hauptgrund oder alleinige Ursache für die Taten. Anderer Meinung hingegen ist der Kriminologe Christian Pfeiffer. Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den Taten in Erfurt und in Emsdetten und den Computerspielen, Ego-Shootern. Wer aus einem stabilen Elternhaus kommt, so Pfeiffer, kann solche Spiele spielen. Wer jedoch keinen Rückhalt im privaten Bereich hat, nutzt Computerspiele dieser Art als Entschädigung, als sog. Ausgleich.

Fraglich ist hingegen, ob ein Verbot für diese Spiele sinnvoll ist. Es wird Spiele dieser Art nach wie vor geben. Verbietet man sie, werden Jugendliche versuchen auf andere Art, beispielsweise durch das illegale Herunterladen im Internet, an solche Spiele zu kommen. Man müsse das Problem an denr Wurzel bekämpfen. Dabei geht es in erster Linie um das Elternhaus und die Schule. Hier sei man verantwortlich für den Werdegang der Jugendlichen, hier könne man Einfluss nehmen. Beratungslehrer seien eine geeignete Möglichkeit, so Jugendforscher Klaus Hurrelmann.

Quellen:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6116804_REF2_NAV_BAB,00.html
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,4078614,00.html

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