Deutschland: Ex-DDR Auslandsspionagechef Markus Wolf ist tot

Bloged in Nachrichten von admin Freitag November 10, 2006

Im Alter von 83 Jahren ist der ehemalige Stasi-General Markus Wolf gestorben. Er war der frühere Spionage Chef der DDR. In der Nacht zum Donnerstag ist er in Berlin verstorben, so seine Schwiegertochter. während seiner Karriere war Markus Wolf knapp 30 Jahre lang in der DDR-Regierung tätig. Er war seinerseits Chef der DDR Auslandsspionage. Einer seiner bekanntesten Agenten, der 1974 enttarnt wurde, war Günter Guillaume. Markus Wolf ist ein bekennender Kommunist. Bis zuletzt hat er das SED Regime unterstützt, und seine Tätigkeit in diesem Bereich verteidigt. Wolf galt als umstrittene Persönlichkeit. Im Jahr der Wende äußerte er sich kritisch in Bezug auf das DDR Regime, und stand zu seiner Vergangenheit als DDR Spionagechef.

Nach der Wende wurde Wolf sofort auf die bundesdeutsche Fahndungsliste gesetzt. Es gab kaum aktuelle Fotos von ihm, so dass die Suche dadurch erheblich erschwert wurde. 1993 wurde Wolf zu sechs Jahren Haft verurteilt, vom Oberlandesgericht in Düsseldorf. Nach mehreren Prozessen und Verhandlungen hat man das Urteil jedoch revidiert. Wolf erhielt eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung.

Kritiker und Politiker der Linkspartei äußern sich skeptisch in Bezug auf Markus Wolf. Er stand für undemokratische Strukturen und politischen Missbrauch, so Lothar Bisky, der Vorsitzende der Linkspartei. Der ehemalige Chef der Stasiunterlagenbehörde spricht im Fall Markus Wolf sogar von einer besonderen Schuld. Er habe sich für ein falsches System eingesetzt.

Der Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung des DDR Ministeriums für Staatssicherheit sei am frühen Donnerstag Morgen friedlich eingeschlafen, so heißt es. Die Trauerfeier des Markus Wolf findet im engsten Familienkreis statt. Ort und Zeitpunkt werden laut einer Vertrauten Wolfs nicht bekannt gegeben. Der Verdacht liegt allerdings sehr nahe, dass Markus Wolf genau wie sein Bruder und sein Vater auch auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde beerdigt wird. Auch Stasi-Chef Erich Mielke wurde im Jahr 2000 auf diesem Friedhof beerdigt. Genauere Informationen zum Zeitpunkt und zum exakten Ablauf der Beerdigungen werden jedoch nicht preisgegeben. Man erwarte Diskretion, und möchte die Trauerfeier im privaten, kleinen Kreis abhalten.

Quellen:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6080756_NAV_REF2,00.html
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,3999216,00.html

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