Deutschland: Prozess gegen mutmaßlichen Peiniger von Stephanie entwickelt sich zur Farce
Im Stephanie-Prozess hat sich der Angeklagte Mario M. auf das Gefängnisdach des Dresdener Gefängnisses geflüchtet, und harrte dort eine Zeit lang aus. Nach eigenen Angaben befinde sich Mario M. jetzt, nach der Flucht auf das Dach des Gefängnisses, in einem Hungerstreik. Nach seinen Aussagen hat er bereits seit Sonntag weder flüssige, noch feste Nahrung zu sich genommen, befinde sich demnach in einem Hungerstreik. Diese Aussagen und seine körperliche Verfassung wurden von einem Gutachter geprüft, der “verlangsamte Reaktionen” bei Mario M. feststellen konnte. Mario M. wurde als verhandlungsunfähig eingestuft, so dass er am Donnerstag nicht vor Gericht erscheinen konnte - was mit höhnischem Beifall kommentiert wurde.
Es seien Ermüdungserscheinungen und Gleichgewichtsstörungen bei Mario M. festgestellt worden, teilte dem Richter ein behandelnder Arzt mit. Am zweiten Prozesstag wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. SEK Beamte haben den Angeklagten Mario M. in den Saal begleitet. Hand- und Fußfesseln waren zu sehen. Um weitere Ausschreitungen und Aktionen des Angeklagten zu verhindern, hat sich der Richter dazu den entschlossen die Fesseln des Angeklagten nicht abzunehmen. Die Gefahr sei zu groß.
Der Richter beruft sich dabei auf den Mittwoch Morgen. Der Angeklagte ist an diesem Tag etwa um 7:30 auf ein 13 Meter hohen Innenhofdach geklettert. 20 Stunden lang hat er auf dem Dach des Dresdner Gefängnisses ausgehalten, ehe er erschöpft aufgegeben hat. Aufgrund dieser Zwischenfälle haben sich die Eltern des Opfers, Stephanie, dazu entschlossen, die Zeugenvernehmung abzusagen. Das Vertrauen zu den Beamten und zu der Justiz sei nicht mehr groß genug, da die Sicherheit für Ihre Tochter nicht mehr gewährleistet werden kann. Ausschlaggebend war das Fliehen des Angeklagten auf das Dach des Gefängnisses.
Offen bleibt nun, wie sich der Prozess um Mario M. weiter entwickeln wird. Berits zum Prozessauftakt habe der Angeklagte versucht, den Saal zu verlassen. Er konnte jedoch von Beamten überwältigt werden. Der Chef der FDP, Guido Westerwelle fordert derweil, dass die Verantwortlichen für diese “Pannen” die Konsequenzen und Folgen des Handelns persönlich auf sich nehmen.
Quellen:
http://www.mdr.de/sachsenspiegel/3726261.html
http://www.focus.de/panorama/welt/prozess_nid_38918.html?DDI=3303