Die Proteste gegen die Junta in Birma weiten sich aus

Bloged in Nachrichten von admin Mittwoch September 26, 2007

Mehr als 100.000 Menschen haben am Montag in Birma wiederum friedlich gegen die Militärjunta demonstriert, dies berichteten Augenzeugen aus der Hauptstadt Rangun. Und wieder waren es etwa 20.000 Mönche, die dem Demonstrationszug voraus gingen. Die Demonstration, der sich auch erstmals Studenten anschlossen, führte von der Shwedagon-Pagode zum Verteidigungsministerium.

Bereits in der Nacht protestierten etwa 600 Mönche vor dem wichtigsten buddhistischen Heiligtum des Landes. Es wird berichtet, dass sie von der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Wasser versorgt wurden. Zwischenzeitlich haben sich der Protestbewegung auch prominente Bürger Birmas angeschlossen und das Militärregime heftigst kritisiert.

Am 19. August begannen die Proteste mit einer eher kleineren Demonstration gegen die Erhöhung der Benzinpreise. Doch recht schnell weitete sich der Protest gegen das Regime und damit gegen die Unterdrückung der Bevölkerung aus. Dies war nur möglich, da sich die Mönche, die in Birma höchstes Ansehen genießen, an die Spitze der Protestbewegung setzten.

Bis jetzt reagierte die Militärjunta nur mit Sicherheitsvorkehrungen, es ist auch nur von kleineren Zwischenfällen die Rede, als Polizisten den Demonstranten Plakate aus der Hand rissen. Internationale Beobachter und Diplomaten führen diese ungewohnte Zurückhaltung auf den Druck Chinas zurück, des wichtigsten Verbündeten der birmanesischen Junta, das vor den Olympischen Spielen keinen neuen Konfliktherd brauchen könne.

China profitiert von den großen Öl- und Gasvorkommen Birmas, ohne die die Wirtschaft des Landes erhebliche Probleme bekäme. Es ist erst einige Monate her, dass Peking eine UN-Sicherheitsratsresolution blockierte, in der die Menschenrechte in Birma eingefordert wurden. Aus diplomatischen Kreisen wird berichtet, dass die chinesische Regierung sanften Druck auf die Militärs in Birma ausüben würde, um einen Prozess für demokratische Reformen zu beginnen.

Die Bundesregierung begrüßte die friedlichen Proteste. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte vor der Presse: “Wir haben dafür Sympathie”. Er betonte, dass sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) immer wieder für Reformen in Birma und einen Dialog mit den Reformkräften eingesetzt habe. Die Bundesregierung fordere die Freilassung jetzt Inhaftierter und die Aufhebung des Hausarrests der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

 

Quellen: Frankfurter Rundschau und TAZ

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