Frankreich: Erster Jahrestag der verherenden Krawalle

Bloged in Nachrichten von admin Dienstag November 7, 2006

Bereits über ein Jahr ist es nun her, als die ersten Krawallen in Frankreich ausbrachen. Damals war man sich noch nicht so sehr wie heute bewusst, welche massive Folgen die Krawalle haben würden, denn selbst heute gibt es sie noch. Vermutlich der Jahrestag fachte in einigen Orten die Menschen wieder an und auch die Medien erinnerten zunehmend an den traurigen Jahrestag.

Grund für die damaligen und heutigen  Ausschreitungen war der Tod zweier Jugendlicher, die allerdings Immigranten waren und aus dem französischem Bereich „Banlieue“ stammten, welcher nahe der französischen Hauptstadt Paris liegt. Die Gegend selber ist sehr trostlos, von Arbeitslosigkeit geprägt und bietet den Menschen die dort leben keinerlei Attraktivität und Perspektiven. Es handelt sich hierbei um eine Gegend, wie man sie wohl eher als Ghetto bezeichnen würde. Ursprünglich war es für die Mittelschicht gedacht, denn in Banlieue sollte günstiger Wohnraum geschaffen werden, allerdings wurden hierbei wichtige Faktoren vernachlässigt.

Es gibt hier hunderte von Wohnungen, die aber alle samt in einem schlechten Zustand sind. Arbeitslosigkeit prägt den Alltag der Menschen, die hier leben, scheinbar abgeschoben von der Zivilisation. Unterhaltungsmöglichkeiten wie Kinos etc. sucht man vergeblich, denn gekümmert hat man sich um die Menschen, die hier leben offenbar sehr wenig.

Schnell wird einem klar, dass hier ein anderer Ton als im zivilisierten Paris herrscht. Die Gegend wird von Gangs beherrscht, die sich Nachts zwischen den Wohnblocks umhertreiben und Menschen überfallen und ausrauben.

Die oben sehr ausführlich beschriebenen Probleme sind allerdings nicht erst 3 Nächte alt, sondern schon mindestens an die 20 Jahre und seit 20 Jahren hat die Regierung Frankreich es offenbar wirklich versäumt, zu versuchen diese Umstände zu verbessern und damit den Menschen endlich ein besseres Leben zu ermöglichen. Es gibt inzwischen sogar Bücher aus der Gegend und Menschen, die dort leben beschreiben, dass es in den letzten Jahren noch eher schlimmer als besser geworden ist.

Bezogen auf die Zukunft wurden etwa 20.000 Menschen, die in solchen Gegenden in Frankreich leben befragt und an oberster Steller ihrer Forderungen steht der Wunsch nach Arbeit, denn auf die Dauer kann nichts so frustrierend sein wie die Langeweile und Sinnlosigkeit des Lebens, die ohne Arbeit aufkommen kann und die alles noch viel trostloser erscheinen lässt, als es ohne hin schon längst bei vielen von ihnen der Fall ist.

Man wird sehen, ob es dazu kommt, dass diese Menschen in Zukunft vernünftig in die französische Gesellschaft integriert werden können, denn dass liegt nicht nur an den Politikern, sondern an der Gesellschaft in den Städten und in der Zivilisation selber.
Das Problem selber ist kein neues, nur die Zeit und auch die verhärteten Umstände verlangen endlich eine Lösung, nicht nur für Politiker, auch für die Menschen, die dort leben müssen.

 

Quellen: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6038576_NAV_REF3,00.html sowie http://focus.msn.de/politik/ausland/krawalle_nid_21100.html

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