Frankreich: Unentschieden nach dem TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten

Bloged in Nachrichten von admin Freitag Mai 11, 2007

Das mit Spannung erwartete Fernsehduell zwischen den beiden französischen Präsidentschaftskandidaten Segolene Royal und Nicolas Sarkosy hat keine neuen Erkenntnisse gebracht. Das von mehreren TV-Sendern parallel übertragene Gespräch endete nach einhelliger Meinung der französischen Presse mit einem klassischen Unentschieden.

Die Ausgangspositionen der Kandidaten wurden per Los bestimmt. Der Konservative Sarkosy saß auf der rechten Seite des zwei Meter breiten Tisches, die Solzialistin Royal links. Die Auslosung bestimmte Sarkozy zum ersten Redner. Anders als bei vergleichbaren Debatten war es den Kontrahenten erlaubt, sich ins Wort zu fallen.

Zunehmende Aggressivität prägte das Auftreten Royals, die phasenweise ihrer Wut freien Lauf ließ und sich nach Ansicht der bürgerlichen Zeitung „Figaro“ teilweise unpräzise ausdrückte. Sarkozy habe dagegen selbstsicher und gelassen gewirkt, so der Grundtenor der Pressestimmen. Entscheidend sei, dass weder Royal noch Sarkosy gröbere Fehler begangen hätten. Grundsätzlich wären die Kandidaten bei ihren bekannten Positionen geblieben, ohne neue Nuancen zu setzen.

Allerdings ließ das TV-Duell keinen Einfluss auf die Umfragewerte erkennen. Der vorher von den meisten Umfrageinstituten prognostizierte vierprozentige Vorsprung Sakosys blieb auch nach der Debatte bestehen. Offenbar konnte keiner der Kandidaten entscheidend bei den noch unentschlossenen Wählern punkten, die einen Anteil von etwa 15 Prozent stellen, was fünf bis sechs Millionen Stimmen entspricht. „Wer unentschlossen war, wird dies immer noch sein“, so die Grundstimmung der nach der Diskussion befragten Wähler.

Tags darauf verteidigte Royal ihre aggressive Grundhaltung: „Ich denke, man kann nie offensiv genug sein, wenn es darum geht, seine Überzeugungen und Werte zu verteidigen.“ Sarkozy sprach von einer „würdigen Debatte“, zeigte sich aber erstaunt über das Auftreten der Widersacherin. „Im Grunde genommen spiegelt das aber nur eine recht altmodische Linke, die jeden für unrechtmäßig hält, der nicht ihre Ideen vertritt“, deutete der Konservative die Motivation Royals.

Die hart geführte, fast dreistündige Debatte vier Tage vor der Stichwahl verfolgten mehr als 20 Millionen Menschen an den Fernsehgeräten.

Quellen:
ARD
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6693078_NAV_REF3,00.html

Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m3/ausland/artikel/622/112510/

Tagesspiegel
http://www.tagesspiegel.de/politik/nachrichten/sarkozy-royal-fernsehduell/101448.asp

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