Gerhard Schröder: Medienwirksame Vorstellung der Memoiren des Altkanzlers
Gerhard Schröder - er war der deutsche Bundeskanzler bis zum Jahr 2005, als er durch Angela Merkel abgelöst wurde. Den Beinamen “Medienkanzler” hatte er in erster Linie durch seine verschiedenen Auftritte vor der Kamera erhalten, vor allem während der Flut in Dresden im Jahr 2002. Gerhard Schröder konnte schon immer gut mit den Medien umgehen. Jetzt, da er seine Memoiren vorstellt, bedient er sich ihnen erneut.
So stellt er sein Buch nicht nur vereinzelten Journalisten in einem persönlichen Interview vor, sondern er präsentiert es im Willy-Brandt-Haus vor sehr vielen Zuschauern. Gerhard Schröder wollte mit seinem Buch in erster Linie aufarbeiten. Er schreibt in seinem Buch nicht nur über seine Persönlichkeit, sondern vorwiegend über seine Jahre als Bundeskanzler. Natürlich werden im Buch auch Namen veröffentlicht, mit denen Schröder zusammengearbeitet hat.
Viele Menschen warten nun darauf, ob Details zum Beispiel über das Verhältnis zu Putin oder Bush bekannt werden.
In den sieben Jahren der Regierung gab es nicht nur Freude, sondern auch schwere Entscheidungen. Schröder möchte diese im Buch vorstellen und über die ein oder andere Entscheidung sprechen. Über sein Buch wollte Gerhard Schröder keine Details preisgeben. Schliesslich sollen die Leser auch überrascht werden. Wer sich jedoch nicht gedulden möchte, der kann bei www.bild.de einige Passagen aus dem Buch bereits lesen.
Das Schröder in seinen Jahren als Kanzler nicht immer die richtige Entscheidung getroffen hat, das weiß er jetzt. Er sagt: “Man lernt mit seinen Aufgaben”. Einige dieser Entscheidungen werden in seinem Buch auch detailliert beschrieben, so zum Beispiel die Entscheidung gegen einen Einsatz der Bundeswehr im Irak.
Schröder sagt selbst, das er gern als Bundeskanzler weitergearbeitet hätte. Auch die Ablösung und die Vertrauensfrage, die zu der neuen Bundestagswahl geführt hat, werden erörtert.
Während der Vorstellung des Buches erntet der Alt-Kanzler Gerhard Schröder nur Lob für seine Memoiren. Er wird als treibende Kraft für die Einigung Europas genannt, aber auch als “großer Kanzler”.
Seine Medienwirksamkeit konnte er während dieser Vorstellung des Buches noch einmal testen. Er steht den Zuschauern und Journalisten für Fragen zu seinem Buch, aber auch zu seinem Leben gern zur Verfügung. Hierbei setzt er nach alter Manier Mimik und Gestik geschickt ein.
Die Memoiren von Gerhard Schröder sind sicher ein kleiner Einblick in die deutsche Geschichte, aber auch in die deutsche Politik. Jeder, der sich hierfür interessiert, findet sicher ein unterhaltsames Werk.
Aufgrund der großen Nachfrage - bisher wurden bereits 160.000 Exemplare gedruckt - erschien das Buch nun bereits am 26. Oktober, und nicht wie geplant erst am 28. Oktober. So hat sich der Medienrummel um Schröder und sein Buch scheinbar wieder gelohnt
Quellen :
http://www.ftd.de/politik/deutschland/125622.html und http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6037280_REF2,00.html