Irak: Massenentführung aus Bildungsministerium

Bloged in Nachrichten von admin Dienstag November 14, 2006

In Bagdad, der Hauptstadt des Irak, sind im Bildungsministerium weit mehr als 100 Personen entführt worden. Laut Angaben des Bildungsministers Abed Diab al Udschaili sind die Kidnapper mit Fahrzeugen vorgefahren, und haben die Sicherheitskräfte und Wächter des Gebäudes überwältigen können. So sei es ihnen ermöglicht gewesen, in das Gebäude einzudringen. Sie waren schwer bewaffnet. Bekleidet waren die Kidnapper mit Uniformen, welche eigentlich von Spezialeinheiten des Innenministeriums getragen werden. Udschaili sagte, dass er diesen Vorfall, diesen kriminellen Überfall bis auf das Schärfste verurteile.

Die Sicherheitslage im Irak sei momentan so angespannt, dass man sich dazu entschlossen habe, sämtlich Hochschulen vorrübergehend zu schließen. Dieser Zustand soll so lange anhalten, bis sich die Situation im Irak wieder entspannt habe. Erst vor Kurzem sind ein Geologe sowie ein Universitätsdekan an einer Hochschule ermordet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen seien in diesem Bereich eindeutig vernachlässigt worden. Damit es weitergehend zu Vorfällen dieser Art nicht mehr kommen kann, wurden sämtliche Hochschulen zunächst geschlossen.

Die Opfer des Überfalls auf das Bildungsministeriums seien nach Religionszugehörigkeit regelrecht “sortiert” worden. Die Entführer haben sich die Pässe geben lassen, um zu entscheiden, welche Person “mitgenommen” werden sollte, und welche nicht. Ausschließlich Sunniten wurden entführt. Weitergehend wurden lediglich männliche Mitarbeiter gekidnappt. Weibliche Angestellte hingegen nicht.

Als Reaktion auf diesen Überfall hat man in Bagdad sofort sämtliche Ministerien geschlossen, aus Angst, ein Vorfall dieser Art könne sich in kurzer Zeit wiederholen. Auf der anderen Seite jedoch, ist auch das Innenministerium (schiitisch) verdächtigt, Entführungen zu planen, und Drohungen zu verschicken. Diese Anschuldigung wird natürlich  abgestritten.

Im Irak gehört es zum täglichen Leben, dass Geiselnahmen, Entführungen oder Erpressungen stattfinden. Grund dieser Taten basieren meist auf finanziellen Gedanken: Oftmals wird ein Lösegeld gefordert. Ideologische aber auch politisch und religiöse Gründe können ausschlaggebend sein. Bereits im Juli wurden mehrere Sportler in der Nähe des Bildungsministeriums entführt. Nur einige von Ihnen wurden später wieder freigelassen.

Es ist nun die Aufgabe der Regierung dafür zu sorgen, dass sich die Lag eim Irak wieder entspannt, um solche Vorfälle in Zukunft im Keim ersticken zu können.

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,448306,00.html
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6094980_NAV_REF1,00.html

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

15 queries. 0.057 seconds.
Impressum
Powered by Wordpress
theme by evil.bert