Irak-Umfrage zeichnet ein Bild aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit

Bloged in Nachrichten von admin Dienstag März 20, 2007

Seit vier Jahren herrscht Krieg im Irak. Von einem Angriffskrieg der USA hat er sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg gewandelt, der sich nicht nur gegen die ausländischen Truppen richtet. Die sunnitischen und die schiitischen Bevölkerungsteile kämpfen ebenso erbittert gegeneinander. Zwischen 60.000 und 950.000 Iraker könnten seit Beginn der Kriegshandlungen ums Leben gekommen sein, genaue Zahlen gibt es jedoch nicht.
Seit 2004 gibt es gemeinsame Umfragen der ARD (Deutschland), ABC News (USA) und BBC (Großbritannien) unter den Irakern. Sie sollen ein Bild der Stimmungslage im Irak wiedergeben. Schon das vierte mal fand eine Umfrage dieser Art statt. Die aktuellen Ergebnisse wurden erst vor kurzem veröffentlicht. Über 2.000 Iraker in 400 Orten nahmen Teil und beantworteten den aus mehr als 60 Fragen bestehenden Umfragenkatalog. Das Ergebnis ist ernüchternd. Mehr als 60 % der Befragten bewerten ihre Lebensumstände als schlecht. Während 42 % noch auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder hoffen, glauben nur 12 % an eine Besserung der Lage für die eigene Generation. Noch 2005 waren gut 80 % der Befragten optimistisch gestimmt. Neben dem Optimismus schwindet auch das Vertrauen in die USA. Zumindest geben 82 % der Befragten an, den US-amerikanischen Gruppen nicht mehr zu trauen; 40 % sagen, dass sie der USA die Schuld an der katastrophalen Lage geben. Etwa drei Viertel befürwortet daher einen baldigen Rückzug der US- und aller anderen Truppenverbände aus ihrem Land.
Doch erschreckender als diese Zahlen ist, dass die Menschen im Irak scheinbar auch keine wirklichen Alternativen sehen. Gerade mal die Hälfte vertraut der eigenen Regierung, und nur 43 % sprechen sich noch für ein demokratisches Regierungssystem aus. 22 % wollen einen islamischen Staat. Über ein Drittel wünscht sich einen starken Mann als Staatsoberhaupt. Dem zerrissenen, widersprüchlichen Stimmungsbild im Irak steht das der USA gegenüber. Mittlerweile befürworten nur noch 40 % der US-Amerikaner den Irakkrieg. Zu Beginn desselben waren es noch 75 %. Über 3.000 US-Soldaten sind in den vergangenen vier Jahren im Irak ums Leben gekommen, trotzdem will Präsident Bush noch einmal über 21.000 Mann in den Nahoststaat schicken. Beobachter halten es jedoch für fraglich, dass Bush noch lange die Unterstützung des Kongresses genießen wird: Selbst die Republikaner signalisieren, dass sie nicht mehr lange mit dem Irak-Konflikt einverstanden sein werden.

Quellen:
tagesschau.de
(http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6526878_NAV_REF3,00.html)
Tirol.com
(http://www.tirol.com/politik/international/58492/index.do)
Juraforum
(http://www.juraforum.de/jura/news/news/p/5/id/144918/f/107/)

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