Israel: Angriffe der israelischen Armee spielen Hamas in die Hände

Bloged in Nachrichten von admin Dienstag November 14, 2006

Nach den israelischen Beschuss des palästinensischen Orts Beit Hanoun im nördlichen Gazastreifen, bei dem in den vergangenen Tagen etwa 50 Palästinenser verletzt und etwa 19 Menschen getötet würden, ruft das Generalsekretariat der Arabischen Liga die Vereinten Nationen zur Stationierung einer internationalen Truppe auf. Diese solle dem Schutz der palästinensischen Bevölkerung dienen. Weiterhin bitten die arabischen Staaten dringend um Nahrungsmittel- und medizinische Hilfen. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert bedauert das Artilleriefeuer als technischen Fehler und erklärt seine Bereitschaft, sich sofort mit dem palästinensischen Präsidenten Machmud Abbas zu treffen.

Die Militäraktion war eine der größten seit der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit Ende Juni. Hamas-Politbürochef Chaled Maschall hatte selbst für die Entführung gesorgt und will nun allein darüber bestimmen, was mit Schalid passieren soll. Eine der Tragödien im Nahen Osten besteht wohl in erster Linie darin, dass immer dann, wenn neue Hoffnung auf eine Beruhigung des israelisch-palästinensischen Konflikts aufkeimt, neue Gewalttaten geschehen. Das können Selbstmordattentate sein oder es sind israelischen Militärmaßnahmen selbst, die den Konflikt immer wieder anheizen.

Als Bewegung hält die Hamas an ihren geheimen Organisationsstrukturen fest, doch jetzt hat sie als Partei auch eine öffentliche und politische Rolle, denn immer mehr ihrer Mitglieder sind in offizielle Ämter eingerückt. Das sogenannte politische Außenbüro unter Leitung von Chaled Maschall spricht für die Palästinenser, die innerhalb wie jenseits der palästinensischen Gebiete verstreut leben.

Die Hamas schließt nicht aus, ihre Verfassung zu ändern oder mit Israel auf Grundlage der Grenzen von 1967 zu verhandeln. Hamas steht für Terroranschläge gegen Israel und die Ablehnung eines Judenstaates. In ihrer Anfangszeit jedoch wurde die Hamas gezielt von Israel gefördert - um ein Gegengewicht zu Arafat und der PLO zu schaffen. Je mehr Arafat entmachtet wurde, desto mehr wurde die Hamas attraktiv. Israel forderte von Arafat-Nachfolger Mahmud Abbas energisches Durchgreifen gegen die Hamas, beschnitt aber wo immer möglich auch dessen Macht. Zusätzlich gewann die Hamas an Attraktivität, weil die PLO - und hier besonders die “Fatah” - immer mehr in Korruption und Vetternwirtschaft verwickelt war und sich als politische Kraft von gestern erwies.
Weiter Quellen: http://www.20min.ch/news/ausland/story/23730594, http://www.welt.de/data/2006/02/15/846744.html

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