Mozart Aufführung unter Polizeischutz

Bloged in Nachrichten von admin Donnerstag Januar 4, 2007

Am heutigen Montag wurde zur Wiederaufführung der umstrittenen “Idomeneo”- Inszenierung in Berlin ist die Deutsche Oper von einem großen Polizeiaufgebot geschützt worden. Laut Polizeisprecher Bernhard Schodrowski sei eine Opernveranstaltung noch nie derart abgesichert worden. Mehrere eingeladene islamische Vertreter hatten abgesagt, da die Inszenierung der Mozart-Oper religionsfeindlich und menschenverachtend sei. Im Schlussbild der Aufführung werden die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und des Propheten Mohammed auf die Bühne gebracht. Sicherheitsschleusen wie auf dem Flughafen waren am Eingang des Opernhauses vorgesehen.

 Opernsprecher Alexander Busche bat die Besucher daher, aufgrund der strengen Kontrollen mindestens eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn zu erscheinen, um einen pünktlichen Beginn gewährleisten zu können. Zuvor war die umstrittene Inszenierung der Mozart-Oper von Hans-Neuenfels im September wegen befürchteter islamistischer Drohungen abgesetzt worden. Viel politische Prominenz, wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und viele andere Prominente hatten Ihr Kommen angekündigt. Schäuble hatte gemäß der Anregung muslimischer Teilnehmer alle Mitglieder der Deutschen Islam-Konferenz eingeladen.

Der Einladung Schäubles folgten nach Angaben des Bundesinnenministeriums 9 der 15 muslimischen Konferenzteilnehmer. Die Absagen riefen Kritik von dem Vorsitzenden der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hervor. Nach Auffassung des Vereins Ahmadiyya Muslim Jamaat stellen einige Szenen der Oper eine tiefe Beleidigung der heiligen Propheten und Persönlichkeiten der großen Weltreligionen dar. Opernsprecher Busche zufolge mussten die abgeschlagenen Köpfe der Religionsstifter, die zwischenzeitlich aus der Requisite verschwunden waren, für die Wiederaufnahme der unveränderten Originalinszenierung nachgefertigt werden.

Die Intendantin der Deutschen Oper Kirsten Harms hatte die Inszenierung im September aus Angst vor islamistischen Protesten und Anschlägen vom Spielplan genommen. In Neuenfels’ Schlussszene betritt Titelheld Idomeneo die Bühne und trägt in einem Sack die abgetrennten Köpfe von Poseidon, Jesus, Buddha und Mohammed. Wieder aufgenommen wurde die Oper aufgrund einer neuen Sicherheitsanalyse. Weder das Landeskriminalamt noch das Bundeskriminalamt sahen darin eine konkrete Gefährdung der Deutschen Oper oder der Mitwirkenden. Die Absetzung der Oper hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und war bei Künstlern und Politikern, wie der Bundeskanzlerin Angela Merkel auf heftige Kritik gestoßen und als Aufgabe der Freiheit der Kunst kritisiert worden. Für den 29. Dezember ist eine weitere Aufführung vorgesehen.

Quellen:
http://www.wdr.de/radio/wdr2/moma/359745.phtml
http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/kultur/beitrag_jsp/key=news5197193.html

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

15 queries. 0.065 seconds.
Impressum
Powered by Wordpress
theme by evil.bert