Nur noch 13 Jahre Zeit für eine Klimawende
Die globale Klimauhr tickt unaufhörlich und ihre Zeiger scheinen tatsächlich bereits auf fünf vor zwölf zu stehen: Wie aus einem jetzt vorab veröffentlichten Entwurf des UNO-Klimarats zum Weltklima hervorgeht, bleiben der Erdbevölkerung wohl nur noch wenige Jahre um den drohenden Klimawandel abzumildern und längerfristig aufzuhalten. Der ökologische Super-Gau einer unumkehrbaren Klimakatastrophe kann demnach nur durch einen radikalen Politikwechsel und massive Investitionen vermieden werden. In erster Linie gilt es dabei mittels der Einführung effizienterer Technologien eine deutliche Reduzierung der Treibhausabgase zu erreichen, wofür der dritte Teil des UN-Weltklimaberichtes der Vereinten Nationen Investitionen in Höhe von mehr als 12 Billionen Euro bis zum Jahre 2030 veranschlagt.
Diese Zahl klingt gigantisch, dennoch scheint diese riesige Summe im Gegensatz zu den Folgekosten, die ein möglicher Klimakollaps nach sich ziehen würde, für die Weltgemeinschaft noch der weitaus günstigere Weg zu sein.
Eine effektive Klimavorsorge muss laut den Wissenschaftler dabei Maßnahmen wie den verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen, Hybridfahrzeugen und den Bau neuer Atomkraftwerke beinhalten. Verstärkt ins Visier der Klimaschützer rücken neben den Industrieländern als übliche Verdächtige aber auch zunehmend Entwicklungs- und Schwellenländer, die vor allem durch die Viehhaltung und den Einsatz von Stickstoffdünger in der Landwirtschaft maßgeblich an dem verstärkten Ausstoß der Treibhausgase Methan und Lachgas beteiligt sind. Deshalb ist nach Angaben der Klimaforscher auch eine sogenannte „Multi-Gas-Strategie“ notwendig, die sich nicht allein auf die CO2 Emissionen beschränkt.
Erfolgt bis zum Jahr 2020 kein entscheidender Rückgang bei den Schadstoffemissionen hätte dies verheerende und wohl irreversible Folgen für die Erde: Das Schmelzen der Eismassen des Nordpols und die damit einhergehende Übersäuerung der Ozeane hätte für die Menschheit
dramatische und zum Teil noch gar nicht absehbare Folgen. Eine Häufung von Extremwetterereignissen wie beispielsweise Hurrikans, Überschwemmungen oder Dürreperioden, sind nur eineige der Horrorszenarien die uns erwarten würden.
Allerdings warnen die Wissenschaftler gleichzeitig vor einer Panikmache aufgrund der dramatischen Zahlen und sehen eine Bezahlung des erforderlichen Maßnahmenpakets als durchaus (noch) realistisch an.
Der gesamte dritte Teil des Weltklimaberichtes, der etwa 1000 Seiten stark sein wird, soll der Öffentlichkeit Anfang Mai in der thailändischen Hauptstadt Bangkok vorgestellt werden.
Quellen:
Tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6439728_TYP6_THE_NAV_REF3_BAB,00.html)
Spiegel.de
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,467875,00.html)