Power 8 soll Airbus-Mutterkonzern EADS retten

Bloged in Nachrichten von admin Mittwoch Februar 21, 2007

„Power 8“ heißt das Schlagwort, das seit Monaten durch die Presse geistert und dem EADS-Konzern aus der Krise helfen soll. Dennoch verzögert sich der Start des Programms zur Unternehmenssanierung immer weiter. Jüngst in den vergangenen Tagen verschob die Konzernspitze die mit Spannung erwartete Bekanntgabe der Details aus “Power 8″. Grund dafür war laut Airbus-Chef Louis Gallois der andauernde Streit über die künftige Arbeitsverteilung bei der Produktion des neuen A350. „Der deutsch-französische Konflikt erfordert eine Lösung“, so Gallois, „die der Wettbewerbsfähigkeit dient und nationale Fragen überwindet”.

Hinter „Power 8“ verbirgt sich ein 8-Punkte-Programm des ausgeschiedenen Airbus-Chefs Christian Streiff, welches durch die Neuausrichtung von Entwicklung und Produktion dem EADS-Standort in Deutschland zu mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen und Milliarden einsparen soll. Streiffs Nachfolger Gallois will an diesem Plan festhalten. Ansatzpunkte für den Verbesserungsprozess sind die Verkürzung der Entwicklungszeiten, die Reduzierung der Verwaltungskosten sowie der Anzahl der Zulieferer. Zusätzlich soll im Rahmen des Sanierungsprogramms die Produktionsbasis restrukturiert werden. Doppelte Produktionsstrukturen wie derzeit in Hamburg und Toulouse gehören damit der Vergangenheit an. Diese Verschlankung der Produktionsprozesse gefährdet Schätzungen zufolge 15000 bis 19000 Arbeitsplätze, überwiegend in Overheadfunktionen.

Laut Aussage von EADS-Insidern sind viele Probleme des Konzerns hausgemacht. Neben einem ohnehin schwierigen Marktumfeld mit extrem strengen aufsichtsrechtlichen Vorschriften besteht das Hauptproblem bei EADS jedoch in der mangelnden internen Kommunikation. “Durch Seilschaften im Management verlieren wir hier am meisten Geld und Zeit”, erklärten Airbus-Mitarbeiter gegenüber manager-magazin.de. Neben den gewachsenen, aber leistungsfeindlichen Konzernstrukturen treten insbesondere in der länderübergreifenden Abstimmung Probleme zwischen dem Werk im französischen Toulouse und den Hanseaten auf. Die Zweigleisigkeit von Entwicklungsprozessen und Software-Verwendung stellt ein unüberwindbares Hindernis in der effizienten Zusammenarbeit zwischen den Konzernstandorten dar. Um ineffiziente Prozesse zu verbessern und Fehler zu analysieren, werden dann zahlreiche Mitarbeiter für das Reporting eingestellt. Die Lösungsansätze versanden jedoch häufig. Ob „Power 8“ diese Probleme in den Griff bekommt, bleibt abzuwarten.

 Quellen:

  http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6437284_TYP6_THE_NAV_REF4_BAB,00.html                                                                                                                                                                

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