Präsidentschaftswahlen in Frankreich: Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnet sich ab

Bloged in Nachrichten von admin Donnerstag April 26, 2007

Nachdem bei der ersten Abstimmung zur Wahl des künftigen französischen Präsidenten kein Kandidat die absolute Mehrheit auf sich vereinen konnte, zeichnet sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal ab. Zwar ist Sarkozy mit 31,11 Prozent der Stimmen als vorläufiger Sieger aus der Wahl hervorgegangen, allerdings muss sich der Konservative nun seiner sozialistischen Konkurrentin Ségolène Royal, die mit 25,84 Prozent den zweiten Platz belegt hatte, am 6. Mai zur Stichwahl stellen. Im Vorfeld zu dieser Entscheidung zeichnet sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen und ein Kampf um die Stimmen der Mitte ab.

Noch am Wahlabend machte Sarkozy deutlich, dass er in der Stichwahl den Wettbewerb zweier grundlegend verschiedener Gesellschaftsentwürfe sähe und die Franzosen nunmehr „über zwei unterschiedliche Gesellschaften, über zwei Wertesysteme und über zwei politische Systeme“ abzustimmen hätten.

Seine Konkurrentin schlug mit ihrer Reaktion eine ähnliche Richtung ein: „Ich reiche allen die Hand, die wie ich glauben, dass es möglich und gleichzeitig dringend ist, ein System abzuschaffen, das nicht mehr funktioniert.“

Bei vergangenen Wahlen haben die Franzosen zumeist konservativ abgestimmt. Nun ist es an Royal, insbesondere die starke liberale Wählerschaft für linke und soziale Themen zu sensibilisieren.

Mit großem Interesse werden dabei die Wahlempfehlungen aufgenommen, die einflussreiche politische Größen abgeben. Der noch amtierende Präsident Jaques Chirac hat sich bereits unmittelbar nach der Auszählung hinter Sarkozy gestellt und diesem seine volle Unterstützung zugesagt.

Der mit 18,55 Prozent als achtbarer Dritter aus der Wahl hervorgegangene Kandidat des Zentrums, Francois Bayrou, wird inzwischen in die Rolle des Königsmachers gedrängt. Noch ließ dieser aber nicht erkennen, wen er seiner Anhängerschaft anraten wird. Auch der mit 10,51 Prozent hinter den eigenen Erwartungen zurückgebliebene Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen will seine Empfehlung nicht vor dem 1. Mai abgeben.

Ersten Umfragen zufolge würde Sarkozy bei der Stichwahl auf 52 bis 54 Prozent der Wählerstimmen kommen. Royal könnte mit 46 bis 48 Prozent rechnen.

Quellen:
ARD
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6654174_NAV_REF3,00.html

Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/110/110999/

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