Studiengebühren: Wird Bildung zur Luxusware?
Ab heute ist es soweit: Die Studiengebühren würden für die meisten Erstsemester eingeführt. Der Betrag beläuft sich derzeit auf mindestens 500 € pro Semester. Erhält man dann Ausbildungsförderung (Bafög etc.pp), so können Vergünstigungen in Kraft treten. Sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen werden die Studiengebühren zum Sommersemester 2007 verbindlich eingeführt. Diese Regelung gilt ebenfalls für Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg. Auch in Hessen und im Saarland werden die Studiengebühren zum Wintersemester des nächsten Jahresfällig.
Kritik hagelt es vor allem von Seiten der Studenten. 500 € sei ein zu hoher Wert, als dass er auf für die finanziell schwächer ausgestatteten Studenten zu bezahlen sei. Kampagnen gegen Studiengebühren werden entworfen, Unterschriftenlisten sind im Umlauf und zahlreiche Stimmen gegen die Gebühren werden laut. Von Seiten der Unis wird der Leistungsdruck und die Förderung der Ausbildung als Grund der Einführung der Studiengebühren angegeben. Man könne die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nutzen, um die Ausbildung der Studenten zu fördern - sowohl technisch als auch in Form von verbesserten Unterrichtseinheiten.
Hochschulprofessor Frank Ziegele warnt vor einheitlichen Studiengebühren in allen Bundesländern und Universitäten. Der Aspekt des Wettbewerbs würde in diesem Fall vernachlässigt werden.
Studiengebühren gibt es bislang nur in Bundesländern, welche von der CDU regiert werden. Bundesländer, die von der SPD regiert sind, oder in welchen die SPD in einem Bündnis vertreten ist, verzichten derzeit auf Studiengebühren.
Zinsfreie Kredite und Förderungsmaßnahmen von Seiten der Banken seien eine Möglichkeit, sein Studium noch besser finanzieren zu können.
Von Seiten der Schüler, Studenten und Gewerkschaften werden mittlerweile zahlreiche Proteste organisiert, um die Einführung der Studiengebühren zu verhindern, oder zumindest hinauszuzögern. SPD und Grüne unterstützen dies, während die CDU eine Einführung der Gebühren weiterhin für angebracht und notwendig empfindet.
Die fälligen Studiengebühren sind zumindest so hoch angesetzt, dass zahlreiche Studenten Schwierigkeiten bekommen, ihr Studium zu finanzieren. Es besteht eine berechtige Angst davor, dass sich das Studium letztendlich ausschließlich für Schüler und Studenten lohnt, welche aus einem reichen Elternhaus kommen, so dass die notwendigen, finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
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