Urheberrecht - Erster Onlineknast lädt zur Selbstanzeige ein

Bloged in Nachrichten von admin Montag Oktober 16, 2006

Sie laden sich heimlich Lieder aus dem Netz und zahlen nicht dafür? Das tun doch alle? Macht es diese Aktion weniger illegal? Nein, und der Verbraucherschutz hat eine zunächst virtuelle Lösung für diese Problematik erdacht.Nun ist es da, das erste Online-Gefängnis für private Raubkopierer. Initiiert wurde diese Kampagne von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), dem Online-Netzwerk Campact, der Kampagne fairsharing und dem Netzwerk des freien Wissens.

Wer diese Kampagne unterstützen möchte, der kann sich als mahnendes Beispiel in den Online-Knast einweisen lassen. Alles läuft auf freiwilliger Basis und ohne weitere Folgen, das Online-Gefängnis für Raubkopierer ist erst der Anfang und regt zur Diskussion an, das Thema Raubkopien ist wieder präsenter in der Öffentlichkeit.

Diese Maßnahme soll ein Zeichen setzen und den Internetnutzern zeigen, dass es kein Kavaliersdelikt ist Raubkopien anzufertigen. Jährlich werden unzählige Filme und Musiktitel illegal kopiert und die Industrie hat so erhebliche finanzielle Einbußen zu verzeichnen.

Die Einweisung in das Cyber-Gefängnis ist rein symbolischer Natur: der Raubkopierer loggt sich in das Gefängnis ein, kann sein Bild hochladen und ist nun für alle Internetnutzer als Raubkopierer zu erkennen. Weitere Folgen wird dies zunächst nicht für den bekennenden Raubkopierer haben.

Jedoch führen Skeptiker an, dass Privatkopien erlaubt seien und somit Privatnutzer nicht als Produktpiraten dargestellt werden dürften. Allerdings sollte hierbei berücksichtigt werden, dass eine Privatkopie nicht mehr legal ist, wenn der Nutzer einen Kopierschutz umgehen muss um eine Kopie zu erstellen. Welches nach Meinung der Experten das Recht auf eine Sicherheitskopie verfälscht und abschafft.

Auch ein neuer Entwurf zum Urheberrecht klingt sehr brisant: die Medienkonzerne sollen künftig das Recht haben, die persönlichen Daten der Kunden zu erhalten beim Kauf eines Produkts ihrer Serie. Weiterhin könnten sie so viel schneller Klagen einreichen und einen genauen Überblick über Produktpiraterie erhalten. Gegner lenken ein, dass so eine Maßnahme nicht tragbar sei, weder für das Rechtssystem, noch für die Kunden.

http://focus.msn.de/digital/netguide/raubkopien_nid_36821.html?DDI=3312
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,441051,00.html

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