Sony: Rückrufaktion wegen feuergefährdeter Laptop-Akkus
Der japanische Elektronikkonzern Sony und der Computerhersteller Toshiba rufen erneut feuergefährdete Notbook-Batterien zurück. Nachdem schon in den vergangenen Monaten Firmen wie Apple, Dell, Toshiba und Lenovo Akkus der Marke Sony wegen einer möglichen Brandgefahr ausgetauscht hatten, hielt sich Sony lange zurück, bis man schließlich auch als eigentlicher Hersteller der Akkus begann, solche aus den eigenen Laptops zurückzurufen. In den lezten Tagen wurde nun bekannt, dass Sony neben den bereits angekündigten 90.000 Notebooks weitere 110.000 bis 160.000 tauschen müssen wird.
Vorerst wurden rund 340 Millionen Euro von Sony für die Kosten der Rückrufaktion eingeplant. Diese werden allerdings kaum ausreichen, um eine der wohl größten Rückrufaktionen der Geschichte zu finanziere. Produktionsfehler seien der Grund für die Rückrufaktion der Lithium-Ion-Akkus. Ins Rollen kam die Lawine bereits im August, als Dell 4,1 Millionen Akkus wegen Überhitzungs- und Feuergefahr zurückrief. Aufgrund dieser Serie von Rückrufen bei Laptop-Akkus hat Sony seine Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr 2006/07 kräftig nach unten gesenkt.
Wie das Unternehmen bekannt gab, dürfte sich der Nettogewinn nun auf noch umgerechnet 537 Millionen Euro belaufen. Das sind etwa 38 Prozent weniger als die bisherige Gewinnprognose. Pressemeldungen zufolge würden trotz des massenhaften Rückrufs von Laptop-Akkus weder Vorstandschef Howard Stringer noch Präsident Ryoji Chubachi zurücktreten. Es seien in Produktion, Entwicklung und Wartung bereits Vorkehrungen getroffen worden, um eine Wiederholung derartiger Probleme zu vermeiden. Sony werde aber weiiterhin am Geschäft mit den Batterien fest halten. Diese Rückrufaktion habe für Sony nicht nur finanzielle, sondern auch mit Imageschäden zu Folge.
Laut Sony-Mitteilung sei der Rückruf darauf zurückzuführen, dass in den zurückgerufenen Batteriezellen mikroskopisch kleine Metallpartikel mit anderen Teilen der Batterie in Kontakt treten könnten, sodass ein Kurzschluss in der Zelle entsteht. Normalerweise schalte sich ein Batteriepaket im Falle eines Zellenkurzschlusses ganz einfach ab. Dennoch könnte ein interner Kurzschluss unter einigen selten auftretenden Umständen zu Überhitzung oder möglicherweise Brandbildung innerhalb der Zelle führen. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines solchen Falles könne von Variationen in der Systemkonfiguration beeinflusst werden, die in verschiedenen Notebook-Computern vorkommen. Die problemauslösenden Batterien werden sowohl in den Sony-Computern als auch in den Produkten von etwa Dell, Apple und Toshiba verwendet.
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Quelle: http://www.n24.de/wissen_technik/multimedia/article.php?articleId=78221